3.1 Lesen

„Kernanliegen des Bereichs Lesen ist es, die Fähigkeit zum genießenden, selektierenden und kritischen Lesen zu entwickeln sowie die selbstbewusste und interessengeleitete Auswahl geeigneter Texte und Medien anzuregen.“ (Lehrplan Deutsch, NRW, S.26, 2008)

An unserer Schule lernen die Schülerinnen und Schüler das Lesen auf der Basis der Methode Lesen durch Schreiben von Jürgen Reichen. Grundsätzlich wird hier nach dem Prinzip des selbstgesteuerten Lernens vorgegangen, indem die Schülerinnen und Schüler das Lesen im Wesentlichen durch ihre eigenen Schreibaktivitäten erlernen. Dabei ist die Anlauttabelle das zentrale didaktische Hilfsmittel. Bei der Arbeit mit der Anlauttabelle überlegt sich das Kind ein zu schreibendes Wort, achtet auf den Laut am Wortanfang und sucht auf der Buchstabentabelle das entsprechende Bild für diesen Anlaut. Der Buchstabe wird `abgemalt´ und das zu schreibende Wort wird neu gesprochen. Der zweite Laut wird herausgehört und mit der Buchstabentabelle verglichen. Diese Schritte wiederholen sich bis zum Wortende. Diese Arbeitsschritte, also das Heraushören der einzelnen, aufeinanderfolgenden Laute eines Wortes, führen die Schülerinnen und Schüler ihrem Lernstand und Lerntempo entsprechend individuell durch und werden ggfs. von der Lehrperson oder einem Partner unterstützt. Durch die täglichen Lautierübungen (Laut- Buchstaben-Beziehung) von Wörtern, später auch kurzen Sätzen und kleinen Texten lernen die Kinder das LESEN DURCH SCHREIBEN. An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass die Schülerinnen und Schüler durch das lautgetreue Schreiben nicht nur Lesen lernen, sondern auch die erste Stufe der Rechtschreibung erreichen (vgl. Schreiben und Rechtschreiben).

Da jedoch nicht jedes Kind gleich lernt und nicht jeder Lehrer mit einer Methode gleich gut zurecht kommt, gibt es an unserer Schule eine Methodenvielfalt, die zwar auf Reichen aufbaut, jedoch dem Lehrer die Freiheit lässt, je nach Klassensituation andere Methoden zusätzlich einzusetzen. „Auch Lesen durch Schreiben darf nicht die einzig mögliche Methode werden. Ich bin überzeugt davon, dass jene didaktisierten Methoden, wenn sie für alle gleichzeitig und gleichschrittig angewendet werden, mehr Unheil anrichten, als dass sie hilfreich wären“ (Walter Hövel, Jürgen Reichen zum 60. Geburtstag). So muss die Methode schlussendlich auch zur Lehrkraft passen. Fühlt sich die Lehrkraft bei der Anwendung einer Methode sicher und passt die Methode zum persönlichen Unterrichtsstil, dann stellt sich auch der Erfolg beim schulischen Lernen ein (vgl. Hattie-Studie 2013).

Um die Lesekompetenz und Lesefreude der Kinder zu erhalten und zu steigern haben wir eine tägliche Lesezeit eingerichtet. Diese findet in der Regel nach der Pause statt und ermöglicht den Kindern, Lesematerial aus der Klassen- oder Schulbücherei selbst auszuwählen und still darin zu lesen. Ebenso kann die Lesezeit dazu genutzt werden, gemeinsam ein literarisches Werk zu genießen, welches für alle vorgelesen wird. Darüber hinaus arbeiten die Schülerinnen und Schüler sowohl zu Hause als auch an den PCs der Schule im Leseprogramm „Antolin“, um in erster Linie  Freude und Begeisterung für das Lesen zu wecken und weiter zu entwickeln.

Ein- bis zweimal jährlich findet ein jahrgangsübergreifendes Vorlesen durch die Lehrer statt, bei dem sich unsere Schülerinnen und Schüler zu einer genießendem Vorlesestunde zusammenfinden.

Nicht zuletzt lesen wir im Klassenverband im Fach Deutsch ausgewählte Lektüren, die mit entsprechendem Begleitmaterial bearbeitet werden.

An dieser Stelle möchten wir den Müttern, die unsere Schulbücherei täglich in der ersten großen Pause betreuen, ganz herzlich Danke sagen.