3. Unterricht und Unterrichtsentwicklung

Der Unterricht ist der Kern der schulischen Arbeit. Er dient dem Aufbau einer Wissensbasis, der Entwicklung grundlegender allgemeiner und inhaltsbezogener Kompetenzen und der Anbahnung von Schlüsselqualifikationen.’ (Richtlinien für die Grundschule in NRW, 2008, S.12)
Sowohl aus dem Auftrag der Erziehung zur Selbständigkeit und Zusammenarbeit mit anderen, als auch dem der Förderung aller Begabungen ergibt sich an unserer Schule  die Vereinbarung des Kollegiums, Unterrichtsformen anzuwenden, welche diese Erziehungsaufträge günstig beeinflussen können.

Der Werkstattunterricht wird in der Regel von Lehrern der Parallelklassen gemeinsam vorbereitet und dann dem gesamten Kollegium zur Verfügung gestellt. Die Kinder bedienen sich aus einem Überangebot an Aufträgen. Diese können aufeinander aufbauen oder auch unabhängig voneinander sein. Werkstattunterricht wird fächerübergreifend und für einen längeren Zeitraum konzipiert.
„Je nach Art der bereitgestellten Arbeitsangebote kann der gewünschte Grad der Offenheit des Unterrichts vom Lehrer individuell bestimmt werden, der Lehrer kann Lehrplanvorgaben und Schülerinteressen in einem vom Schüler selbstgesteuerten Unterricht verbinden.“ (Peschel, Maxa, Ratzka: Von der geschlossenen zur offenen Werkstattarbeit, 2007)

Der Schüler kann innerhalb des vorgegebenen Rahmens über Lernangebot, Zeitpunkt, Ausdauer und Sozialform bestimmen. Da auch die Möglichkeit zu gemeinsamen Arbeiten besteht, werden sowohl Individualisierung als auch Gemeinschaftserziehung ermöglicht.
Während die Kinder nun an unterschiedlichen Problemstellungen arbeiten, kann der Lehrer sich intensiv der Förderung einzelner Schüler widmen.
In der Freiarbeit stellt der Lehrer Material zur Verfügung, das zum Handeln auffordert und fächerübergreifendes Arbeiten ermöglicht. Die Schüler bestimmen selbst über Art, Umfang der Arbeit, Arbeitszeit, Lernpartner und Arbeitsplatz. Sie wählen sich Material aus, welches sie besonders interessiert und welches sie nutzen können, um eigene Arbeitsideen, z.B. in Form von Projekten, umzusetzen.
Projektarbeit kann sowohl im Rahmen des Unterrichts als auch in Form einer Projektwoche jahrgangsübergreifend stattfinden. Die Wahl des Themas für ein Projekt kann durch die Schüler selbst, durch den Lehrer oder in einem gemeinsamem Beschluss erfolgen. Hierbei ist es möglich, dass alle Beteiligten an einem Thema arbeiten oder - je nach Öffnungsgrad des Unterrichts - jedes Kind sein eigenes Thema wählt. Bei der Projektarbeit handelt es sich stets um ganzheitliches, kreatives und forschendes Lernen.
Um jedes Kind auf seinem individuellen Lernweg optimal fördern zu können, kann der Einsatz von Tages- bzw. Wochenplänen sinnvoll sein. Der jeweilige Plan beinhaltet auf das Kind abgestimmte Arbeitsaufträge, die in einem vorgegebenen Zeitraum erfüllt werden müssen. Hierbei kann das Kind über die Reihenfolge, das Tempo und ggf. auch über die Sozialform selbst bestimmen. An unserer Schule werden Pläne auf unterschiedliche Art und Weise eingesetzt, so gibt es in einigen Klassen auch Hausaufgabenwochenpläne.
Wann immer es uns aufgrund der personellen Besetzung möglich ist, versuchen wir im Team zu unterrichten. Besonders in großen Klassen ist der Einsatz von zwei Lehrkräften zur gleichen Zeit wünschenswert und hilfreich, um den Bedürfnissen des einzelnen Kindes noch besser gerecht werden zu können.